Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Phasen der hochbegabten Adoleszenz

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Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten - Phasen der hochbegabten Adoleszenz

Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Phasen der hochbegabte Adoleszenz  

Identität vs. Rollenkonfusion (Jugendalter)

Wer die vorherigen Phasen nicht gesund durchlaufen hat, fragt hier nicht „Wer bin ich?“, sondern „Wer sollte ich sein?“ oder „Wer wollen die anderen, dass ich bin?“ Bei der psychosoziale Entwicklung in der hochbegabten Adoleszenz führt dies zu Maskierung (Masking) und dem Aufbau eines Lebens, das nicht zu den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen passt.

Der hohe Anspruch an sich selbst, ein oftmals starker Gerechtigkeitssinn und eine ungleichmäßige Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten und emotionalen Reife führen oft zu komplexen Identitätskrisen. Man passt sich oft unterbewusst an, um nicht aufzufallen oder akzeptiert zu werden. Die eigene Umwelt erwartet aufgrund der intellektuellen Reife Souveränität in allen Lebenslagen. Emotional ist man aber auf dem Stand Gleichaltriger, was zur ausgeprägten Rollenkonfusion führt.

Hochbegabte zeichnen sich oft durch eine breit gefächerte Wahrnehmung mit vielfältigen Interessen aus. Durch diese vielen Potenziale fällt eine Entscheidung für einen festen Lebensweg oft schwerer.

Wege aus der Rollenkonfusion:

  • Suche nach Gleichgesinnten: Kontakt zu anderen Hochbegabten oder Neurodiversen hilft, aus der Außenseiterrolle zu kommen und ein stabiles Selbstbild aufzubauen.
  • Schutzräume: Abseits von Leistungsdruck eigene Interessen zu vertiefen, verschiedene Persönlichkeitsanteile zu integrieren – und dies alles abseits vom Leistungsdruck – ist essenziell.
  • Akzeptanz: Die Erkenntnis, dass die eigene Begabung, die damit verbundene Neurodiversität und die emotionale Intensität zusammengehören, ist dein Schlüssel raus aus der Rollenkonfusion.

Phasen des hochbegabten Erwachsenenalters

Intimität vs. Isolierung (Frühes Erwachsenenalter)

Kann ich lieben, während ich mein authentisches, hochbegabtes Selbst bin? Ohne Selbstkenntnis führt Liebe oft zu Projektion, Kodependenz oder Rückzug. In der „zweiten Kindheit“ lernen wir, gesunde Grenzen zu setzen und echte Verbindung zuzulassen.

Hochbegabte haben ein starkes Bedürfnis nach tiefgründigem, intellektuellem und emotionalem Austausch. Aber es fällt schwer, passende Gesprächspartner zu finden. Gleichzeitig will man sich vor vielen Sinneseindrücken, Missverständnissen und der eigenen emotionalen Verletzlichkeit schützen. Darum zieht man sich oft zurück. Ein stark ausgeprägter Schutzmechanismus kann sogar in sozialer Isolation enden.

Andererseits liegt die Gefahr der „Überanpassung“ vor. Dies führt oft dazu, dass in Beziehungen keine echte emotionale Intimität aufgebaut wird, da die wahre Persönlichkeit versteckt wird.

Unser letztes Kapitel im nächsten Blogbeitrag bildet das mittlere Erwachsenenalter und das höhere Alter. 

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