Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Kleinkindalter und die frühe Kindheit
Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Kleinkindalter und die frühe Kindheit
Im letzten Blog-Beitrag ging es um die Infantilität. Heute widmen wir uns dem Thema Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Kleinkindalter und die frühe Kindheit. Die Autonomiephase im Kleinkindalter und die frühe Kindheit prägen die Entwicklung bei hochbegabten Kindern. Erfahre, warum Validierung und Co-Regulation entscheidend für eine gesunde Entwicklung sind.
Autonomie vs. Scham und Zweifel (Kleinkindalter)
In der Autonomiephase im Kleinkindalter lernen wir unsere grundlegenden Bedürfnisse kennen – wir wollen uns selbst versorgen, unser eigenes Ich erkunden, unseren Willen erproben und selbstständig werden. Werden die individuellen Bedürfnisse – kognitiv oder physisch (intellektuelle Reize oder Reizüberflutung bei Hochsensibilität) – nicht berücksichtigt oder verstanden, kann dies zu Schwierigkeiten führen. Fehlt hier die Validierung und Co-Regulation, lernen wir nicht, uns selbst zu regulieren. Viele Erwachsene ignorieren noch heute ihre eigenen Bedürfnisse.
Kinder lernen Vorstellungen über das „Ich“ und „Du“. Sie lernen, dass sie Einzelwesen sind. Eine gesunde Entwicklung wird dadurch gewährleistet, dass sich Kinder ihre Eltern als Vorbilder nehmen. Sie lernen von ihren Eltern, wie diese mit Gefühlen umgehen, wie Freude, Stress, Ärger und Angst den Alltag der Eltern beeinflussen. Durch eine erfolgreiche Bewältigung geht man davon aus, dass sich die Autonomie stärker ausbildet als Scham und Zweifel.
Initiative vs. Schuldgefühl (frühe Kindheit)
„Ich bin, was ich mir zu werden vorstellen kann.“
Kinder lernen, sich von ihrer Umwelt zu differenzieren. Sie stellen viele Fragen, erkunden ihre Umwelt und probieren sich in verschiedenen Rollen aus. Dieses Vorgehen fördert die Initiative. Man möchte alle möglichen Dinge ausprobieren. Die ersten Unternehmungen werden selber ausgedacht, umgesetzt und unternommen. Gleichzeitig wird aber auch die erste kindliche Moral entwickelt, ein erstes Gewissen für Schuldgefühl.
Eine zu stark empfundene Rivalität zu den Eltern oder Misserfolge in den eigenen Initiativen können zu dem Gedanken führen, dass man „nichts leisten kann“. Dies führt oft zu lebenslangen Gefühlen von Selbstverrat und Leistungsverweigerung.
Dies sind die Grundfeiler der Autonomiephase und der frühen Kindheit von hochbegabten Kindern. Validierung und Co-Regulation sind entscheidend für eine gesunde Entwicklung.
Im nächsten Beitrag geht es um das Schulalter und unsere Überlebensstrategien.
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