Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Werksinn, Minderwertigkeit und Überlebensstrategien

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Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten - Werksinn, Minderwertigkeit und Überlebensstrategien

Psychosoziale Entwicklung bei Hochbegabten – Werksinn, Minderwertigkeit und Überlebensstrategien

 

Im heutigen Beitrag geht es um den Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl und wir gehen näher auf die einzelnen Überlebensstrategien ein.

Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (Schulalter)

„Kann ich es als mein hochbegabtes Selbst in der Welt der Menschen und Dinge schaffen?“ Für Hochbegabte ist dieser Weg oft mühsamer. Es geht darum, eigene Wege zu finden, Hindernisse abzubauen und Möglichkeiten zu schaffen.

Werden die individuellen Bedürfnisse unserer Hochbegabung in dieser Phase nicht validiert, erleben wir oft unsere Überlebensstrategien:

Freeze – Erstarren

Eine biologische Schutzfunktion des Nervensystems bei Reizüberflutung oder Unterforderung. Der Körper geht in einen Autopiloten über, um das Gehirn vor dem Überhitzen zu bewahren. Das logische Denken schaltet sich ab, man fühlt sich blockiert, handlungsunfähig oder wie gelähmt.

Dies kann aus verschiedenen Ursachen geschehen:

  •  Sensorische oder kognitive Überlastung
  •  Perfektionismus-Blockade
  •  Chronische Unterforderung
  •  Neurodivergenz

In solchen Fällen hilft es, für Sicherheit zu sorgen, Druck rauszunehmen und den Körper zu erden, um ihn sanft und durch kleine Schritte aus der Erstarrung zu holen. Große Aufgaben werden in kleine Teilschritte aufgeteilt.

Diese Reaktionen sind kein Mangel an Selbstkontrolle. Man muss lernen, die Auslöser zu erkennen, den kognitiven und emotionalen Stress in produktive Bahnen zu lenken und sich bei Bedarf fachliche Unterstützung zu holen.

Fight – Kämpfen

Auslöser sind intellektuelle Unterforderung, monotone Aufgaben, Ungerechtigkeiten und Unverständnis. Zusätzlich schlägt der Körper von Anpassung in den Kampfmodus um, wenn der eigene Freiraum stark eingeschränkt wird. Dies zeichnet sich durch Wutausbrüche, intensives Beharren auf der eigenen Argumentationslinie und den Kampf als direkte Verteidigung der eigenen Integrität aus.

Fawn – Anpassung / People-Pleasing

Da hochbegabte Menschen Reize und emotionale Schwingungen viel stärker wahrnehmen, kann der Körper bei Überforderung oder zwischenmenschlichem Druck in den Fawn-Reflex springen.

Die Auslöser sind ein hohes Harmoniebedürfnis, intellektuelle Unterforderung und Langeweile bei Herabsetzung der eigenen Fähigkeiten, um unsere soziale Akzeptanz nicht zu gefährden. Dazu gehört auch der Schutz vor Ablehnung aus Angst, zu „viel“ zu sein.

Im Umkehrschluss bedeutet es, dass wir unsere eigenen Grenzen systematisch überschreiten, um anderen zu gefallen. Anforderungen werden nicht nur erfüllt, sondern massiv übererfüllt. Statt der Intuition zu folgen, richtet man sich permanent nach den Erwartungen und Bedürfnissen der Außenwelt.

Um dieser Reaktion zu entkommen, braucht man ein Zusammenspiel aus Reflexion, bewusstem Nein-Sagen und dem Wahren der eigenen Grenzen.

Flight – Flucht in die Fantasiewelt

Die intellektuelle Flucht, um Reizüberflutung, Unterforderung oder emotionalem Druck zu entkommen. Dabei werden Gesprächsthemen schnell gewechselt, ein kompensatorischer Fokus auf abstrakte Konzepte und Hyperfokus aufgebaut, um die reale Welt auszublenden. 

Hinzu kommen Underachievement und soziale Vermeidung.

Lösungsansätze beinhalten Sicherheit und Regulation sowie eine Umfeldanpassung, um den Geist auszulasten.

Freut euch im nächsten nächsten auf einige Phasen der hochbegabten Adoleszenz. 

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