Emotionale Überregbarkeit: Wenn Gefühle „lauter“ sind als üblich
Emotionale Überregbarkeit ist nicht „zu sensibel“. Es ist eher so, als wäre der Lautstärkeregler der Gefühle höher eingestellt für Freude, Liebe, Mitgefühl, aber auch für Schmerz, Schuld, Angst oder Einsamkeit. Beziehungen, Werte und Verletzungen werden intensiv erlebt und lange erinnert. Daher widmen wir uns in diesem Blogartikel dem Thema: Emotionale Überregbarkeit: Wenn Gefühle „lauter“ sind als üblich.
Typische Merkmale für emotionale Überregbarkeit
- starke Bindungsfähigkeit und tiefe Loyalität
- hohes Mitgefühl und Verantwortungsgefühl
- komplexe Gefühlsmischungen (gleichzeitig traurig und dankbar usw.)
- ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit, Heuchelei, Ungleichheit
- starke Erinnerung an emotionale Situationen („Ich weiß noch genau, wie sich das angefühlt hat“)
- Neigung zu Schuldgefühlen, Grübeln, innerer Anspannung, manchmal auch körperliche Symptome
Die große Gabe: Tiefe Verbindung
Menschen mit emotionaler Intensität sind häufig sehr fein in zwischenmenschlichen Dynamiken. Sie spüren schnell, was unausgesprochen im Raum steht, und sind oft diejenigen, die Beziehungen halten, reparieren, ehrlich machen.
Die Herausforderung: Wenn Gefühle „lauter“ sind
Emotional intensive Menschen übernehmen manchmal mehr, als ihnen guttut:
- zu wenig Abgrenzung
- Vorhandensein von Schuldgefühlen, obwohl objektiv keine Schuld da ist
- Angst, „zu viel“ zu sein oder andere zu belasten
- starke Reaktionen auf Konflikte oder Distanz
Was helfen kann bei emotionaler Überregbarkeit
- Benennen statt verschmelzen: „Ich habe ein Gefühl“ statt „Ich bin das Gefühl“.
- Grenzen als Liebesform: Abgrenzung schützt Verbindung, nicht umgekehrt.
- Körperorientierte Regulation: Atmung, Erdung, Somatic Tools, Natur, Rhythmus.
- Werte-Klarheit: Welche Verantwortung ist wirklich meine?
Emotionale Übererregbarkeit bedeutet: Dein System nimmt „Bedeutung“ sehr ernst. Nicht jedes Gefühl braucht eine Handlung, aber jedes Gefühl braucht Anerkennung.
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